"Dauer-" Hyperventilation, Teil 2!

Wie bereits im ersten Teil Wuah, Hilfe, ich kriege keine Luft – Hyperventilation beschrieben, kann einem Hyperventilieren das Leben sehr schwer machen.

Chronisches hyperventilieren ist aber genauso unangenehm und folgenschwer. Meist läuft es so „versteckt“ ab, dass man nur selten einen bewussten Gedanken daran verschwendet und sie Symptome anderen Ursachen zuordnet.

Oft sind chronische Krankheiten Ursache für chronisches hyperventilieren, wie z.B. COPD. Es gibt aber auch viele Paniker die damit zu kämpfen haben.
Panikattacken sind dann manchmal die Folge. Natürlich kann ein Paniker aber auch erst während einer Panikattacke anfangen zu hyperventilieren.


Chronisches hyperventilieren ist nicht die Antwort für jeden Paniker auf seine Panikattacken, bzw. auf die so schwer fassbaren Symptome die einem das Leben schwer machen. Aber sie sind evtl. eine kleiner Zwischenschritt zu einem etwas angenehmeren Leben. Kann, aber muss nicht.


Jemand der chronisch hyperventiliert, leidet unter einer Vielzahl von Symptomen. Meist sind sie sehr unspezifisch und vage, aber trotzdem unangenehm und sie erhöhen den eh schon vorhandenen Leidensdruck.

Leitsymptome sind Schwindel, Brustschmerzen/Druck auf der Brust, häufig kalte Hände und Füsse. Desweiteren die Vielzahl an Symptomen, die der Psyche zugeordnet werden. Wie z.B. Schläfrigkeit, Gefühl von Schlappheit, Müdigkeit, Wetterfühligkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Vergesslichkeit und allgemeine erhöhte Angespanntheit. Dazu noch ängstliche und/oder depressive Symptome.
An manchen Tagen sind sie nur wenig vorhanden, es gibt Stunden, da tauchen sie gar nicht auf. An manchen Tagen geht es bereits kurz nach dem aufstehen los und dieses diffuse Gefühl macht einem das Leben schwer.


Normalerweise denkt man aber nicht an falsches Luftholen. Atmen gehört einfach dazu, ein Automatismus den man nicht, oder nur sehr kurzzeitig, kontrollieren kann.


Wie also ändern?

In dem man sich erst einmal bewusst macht, wie man atmet.

Atme ich in den Bauch? In die Brust? Langsam und entspannt, oder angespannt, kurz und heftig?
Nicht nur während, oder vor einer Panikattacke, sondern wirklich im täglichen Leben. 

Es gibt Situationen, während man aufgeregt ist, Stress hat usw. in denen man immer mal kurz schneller atmet. Kennen wir alle und ist auch normal. 
Paniker kennen das vor allem in Situationen, in denen man in einer Art „Dauerpanik“ ist. Daher sollte man bei Panikern vielleicht eher nicht von chronischer Hyperventilation sprechen. Sondern von einer, von Zeit zu Zeit länger anhaltenden, aber nicht zu einer Akutsituation auswachsenden, Hyperventilation sprechen.
Meist kommen viele Ursachen zusammen und nicht nur eine Einzige. Daher hier eine Aufzählung von mehreren Tricks und Möglichkeiten, an denen man anfangen könnte zu arbeiten/zu suchen.

  • Atmung: Wie oft atme ich? Langsam? Schnell? Wie lang sind die Atempausen? Atme ich in die Brust? – Perfekt wären 20-22 Atemzüge in der Minute, bevorzugt in den Bauch oder zumindest die Flanke.
  • Psyche: Bin ich gestresst? Sitze/bin ich ruhig oder ist meine Atmung doch eine Reaktion auf körperliche Anstrengung? Habe ich Angst? Bin ich unruhig? Denke ich gerade sehr negativ? Trigger ich mich selbst durch Gedanken? – Die Ursache zu kennen, wieso man Angst hat hilft weiter, ist aber im Normalfall nicht so einfach zu finden. Positives denken hilft nicht in den Negativkreisel zu stürzen und sich dadurch selbst zu triggern.
  • Körperhaltung: Sitze ich gerade? Oder total schief? Bin ich körperlich „einigermassen“ fit? Bewege ich mich ausreichend? – Die Körperhaltung, wenn sie nicht total schräg oder nach vorne gebeugt ist (vor allem die Schultern) hilft bei der richtigen Atmung. Rückenmuskulatur usw. hilft der Atemmuskulatur ebenso. Wenn man körperlich fit ist und sich in ausreichendem Masse bewegt, atmet man auch eher richtig. Zu dem hilft Bewegung sowieso wenn man hyperventiliert (siehe erster Beitrag).
  • Entspannung: Meditation, autogenes Training, progressive Muskelentspannung usw. hilft Stress zu vermindern und zur Ruhe zu kommen.

Ich will absolut nicht jedem Paniker nachsagen, dass er dauerhaft hyperventiliert und deswegen so -quer- drauf ist. Noch weniger, das die hier beschriebenen Möglichkeiten, die krankhafte Angst „mal eben so“ heilen.
Aber es ist eine weitere Möglichkeit, sich selbst und seinem Körper in positiver Weise Achtsamkeit zu schenken.
Natürlich darf dies aber nicht in Stress ausarten! Weil atmen eben wieder „normal“ und als Automatismus ablaufen soll, ohne sich dessen bewusst zu sein. 


Bei mir habe ich länger anhaltendes, nicht zu einer Akutsituation auswachsendes hyperventilieren, besonders in grossen und länger andauernden Stresssituationen bzw. bei „Dauerpanik“ festgestellt. Bin ich extrem angespannt, ziehen sich meine Schultern nach vorne, ich verkrampfe mich und dadurch atme ich auch falsch.
Das dauernde hyperventilieren, die stressige Situation und die Dauerpanik wechseln sich dann ab mir irgendwelche Symptome zu bescheren. Diese kann  ich nirgends zu ordnen. Aber sie machen mir das Leben so schwer! Irgendwann fange ich an zu grübeln fühle mich dann einfach nur noch krank, fertig, müde, verspannt, unkonzentriert und einfach nicht leistungsfähig.


Am Ende ist es dann wieder der Kreislauf von Panik, den Phobien und der Depression, die einem das Leben so wenig lebenswert machen.
Leider kein Allerheilmittel, aber ein kleiner Denkanstoss!


Lg Missy

4 Kommentare zu “"Dauer-" Hyperventilation, Teil 2!

  1. Hallo Missy,ich bin so eben auf deinem Blog gelandet. Ich selbst mit Agoraphobiker mit PAs und kann dich also sehr gut verstehen. Ich habe auch eine Webseite zum Thema und werde deinen Blog in die Linkliste mit aufnehmen.Danke, dir alles gute!

  2. Hallo, las gerade den Beitrag, werd dazu auch was in meinem Blog schreiben.
    Leider gibt es den ersten Beitrag (wuah ich krieg keine Luft mehr) nicht mehr… hast Du den zufälllig noch?
    Ansonsten wünsch ich entspanntes atmen und überhaupt ein entspannntes Sein, trotz allem!
    Beste Grüße

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